In einer Woche wird über einen neuen Bundestag abgestimmt, die wohl wichtigste politische Wahl in Deutschland. Doch neben dieser und anderen Feststellungen des Volkswillens gibt es noch eine ganze Reihe anderer Wahlen, von denen wir uns einige genauer anschauen wollen.


Papstwahl
Eine wesentlich längere Tradition als die Bundestagswahl hat die Bestimmung des Oberhaupts der katholischen Kirche. Der Papst wird heutzutage im Konklave (von lateinisch Conclave: Zimmer, Gemach) gewählt. Konklave bezeichnet dabei sowohl die Wahlversammlung als auch ihren Ort. Ein Konklave fand erstmals 1241 statt, seine Zusammensetzung und sein Ablauf haben sich im Laufe der Jahrhunderte aber häufig geändert. Heute versammeln sich zum Konklave die Kardinäle der römisch-katholischen Kirche. Sie müssen unter 80 Jahre alt sein, und insgesamt sind nicht mehr als 120 Kardinäle zugelassen. Ein Kandidat (prinzipiell jeder männliche katholische Christ) muss zwei Drittel der Stimmen erhalten, um zum Papst gewählt zu werden. Solange diese Stimmenzahl nicht erreicht ist, folgt stets ein neuer Wahlgang. Nach dem 34. erfolglosen Wahlgang ist eine Stichwahl möglich, bei der einer der beiden Kandidaten, die im vorherigen Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben, abermals zwei Drittel der Stimmen benötigt.

Misswahl
Einer der traditionsreichsten internationalen Schönheitswettbewerbe ist die Wahl zur Miss Universe, die seit 1952 stattfindet und deren Bewerberinnen dabei ähnlich tugendhaft wie ein potentieller Papst sein müssen. Die Kandidatinnen für den Titel müssen zunächst als Siegerin aus einem nationalen Schönheitswettbewerb hervorgehen. Neben schön müssen sich die Kandidatinnen auch als kultiviert, wohlerzogen und intelligent erweisen. Dies wird ermittelt beim Tragen von Bademode, Abendkleidern sowie in Frage-und-Antwort-Runden. So werden 15 Halbfinalistinnen durch Preisrichter bestimmt, eine 16. durch eine Internet-Abstimmung. Anschließend werden die Finalistinnen ermittelt, welche wiederum von den Preisrichtern in eine Rangfolge gebracht werden. Wer die niedrigste Gesamtpunktzahl hat, gewinnt. Bei einem Unentschieden entscheidet die Punktzahl des Halbfinales. Teilnehmen dürfen unverheiratete, nicht geschiedene oder eine Ehe annulliert habende Frauen zwischen 18 und 27, die nicht schwanger sind und noch nie ein Kind geboren oder aufgezogen haben. Während ihrer Regentschaft dürfen sie zudem nicht heiraten. Seit 2012 dürfen auch Transgender-Kandidatinnen teilnehmen.

Damenwahl
Eine andere Art der Damenwahl findet sich beim Paartanz. Hierbei werden die Gesetze von Sitte und Anstand, der Etikette, der Natur und der gottgegebenen Ordnung der Dinge gebrochen, indem statt dem Herren die Dame, die Dame den Herren auffordert. Dies bildet oftmals den Höhepunkt eines Balles.

Wortwahl
Eine Wahl mit nur einem Wahlberechtigten ist die Wortwahl. Vorteil ist, dass es beim Ergebnis zu keinen Kompromissen kommen muss. Nachteil ist, dass der Einzelne vollumfänglich selbst für das Resultat und eventuell damit verbundene Unannehmlichkeiten verantwortlich ist. Segen und Fluch zugleich ist ebenfalls, dass die Wortwahl nicht nur einmal jährlich, alle vier, fünf oder sonstigen Jahre oder bei Tod des Amtsinhabers stattfindet, sondern praktisch pausenlos, sofern man schriftlich oder mündlich kommuniziert.

Zuchtwahl
Ebenfalls große Auswirkungen hat die Zuchtwahl. Hier werden Pflanzen bzw. Tiere gezielt zur Fortpflanzung ausgewählt, um Nachkommen mit bestimmten, als wünschenswert erachteten Eigenschaften hervorzubringen. Daneben gibt es die darwinsche natürliche Zuchtwahl, bei der sich die Lebewesen erfolgreicher fortpflanzen, die für die jeweiligen Umweltbedingungen besser geeignet sind. Durch die Zuchtwahl des Menschen werden hingegen zumeist Tiere und Pflanzen hervorgebracht, die entweder für den menschlichen Geschmack schöner aussehen oder zum Nutzen des Menschen leistungsfähiger sind.

Blauwal
Der Blauwal (Balaenoptera musculus) ist der größte Furchenwahl, der dank seiner Länge von bis zu 35 m und einem Gewicht von bis zu 130 t das derzeit größte lebende Tier ist. Er ernährt sich von Fischen, Schnecken und kleinen Krebsen. Im Gegensatz zu den anderen Wahlen ist der Blauwal vom Aussterben bedroht.

Artikelbild: Barry Peters` (CC BY 2.0)


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