Midnight Nation ist, nach Rising Stars, die zweite Comic-Serie von J. Michael Straczynski. Im Gegensatz zum mit 24 Ausgaben eher großzügig dimensionierten Rising Stars ist Midnight Nation auf nur 12 Hefte angelegt, was aber keineswegs ein Nachteil ist.


Es gibt hier auch lediglich zwei Hauptcharaktere: David Grey, seines Zeichens Polizist, und Laurel, ihres Zeichens … ja, was eigentlich? Aber der Reihe nach.
Davids Leben ist am Anfang der Geschichte nicht sehr beneidenswert. Seine Frau hat ihn verlassen, und bei der Polizei ist er mit einem Mordfall betraut, den eigentlich niemand aufgeklärt sehen will. Doch schließlich findet er einen Verdächtigen, gerät jedoch in einen Hinterhalt und wird angeschossen.

Als er wieder zu sich kommt, wird er begrüßt von Laurel. Sie eröffnet ihm, dass er sich im „Place in Between“ befindet, zwischen unserer Welt und einer anderen. Hierhin gelangen all jene, die keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen, kein Ziel haben, und niemanden, der sich um sie sorgt. Leute wie David also, auch wenn dieser das zunächst nicht wahrhaben will. Nur besteht bei ihm der kleine aber feine Unterschied, dass seine Seele gestohlen wurde. Von den „Walkers“, grünen, glatzköpfigen Alptraumgestalten, die vor nichts zurückschrecken. Gelingt es ihm nicht, seine Seele zurückzubekommen, so erfährt er von einem anderen In-betweener, wird auch er zu einem Walker. Und wenn er zu einem Walker wird, wird Laurel ihn töten.

So klar, wie sich das zunächst anhört, ist die ganze Sache natürlich nicht. Die Geschichte nimmt immer wieder überraschende Wendungen, bis gegen Ende doch alles ganz anders aussieht, als zunächst angenommen, Straczynskische Blicke in die Zukunft eingeschlossen.

Mit Midnight Nation ist Straczynski mal wieder eine exzellente Geschichte gelungen. Dass man sich prima in das Seelenleben der Protagonisten hineinversetzen kann, ist neben Straczynski auch den tollen Zeichnungen von Gary Frank zu verdanken. Frank versteht es einmalig, Gesichtsausdrücke zu zeichnen, denen die Gefühle der Akteure … nun, ins Gesicht geschrieben stehen. Ein Blick sagt hier tatsächlich oft mehr als tausend Worte. Auch ist Midnight Nation einer der wenigen Comics, die sich mit religiösen Themen auseinandersetzen, und dies auf sehr unterhaltsame und spannende Art.


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