Die industrielle Zivilisation, die im Westen des eurasischen Kontinentes entstanden war, hatte sich in mehreren hundert Jahren über die ganze Welt verbreitet und eine riesige Industriegesellschaft erschaffen. Diese Kultur, die die Erde ausbeutete, die Luft verschmutzte und Lebewesen umgestaltete, wie es ihr gefiel, erreichete nach tausend Jahren ihren Gipfel. Dann begann die Zeit des extremen Niederganges.


Im Krieg der "sieben Tage des Feuers" wurden die Städte, die giftige Stoffe freigesetzt hatten, zerstört, und alle komplizierte, hoch entwickelte Technologie ging verloren. Fast die gesamte Erdoberfläche wurde unfruchtar. Nach diesem Krieg wurde die industrielle Zivilisation nicht wieder aufgebaut, und die Menschen lebten in einer Zeit ewigen Zwielichts.

Tausend Jahre später ist die Erde überzogen von einem riesigen Wald aus Pilzen, der von den Menschen das "Meer der Fäulnis" genannt wird. Dieser Wald speit unaufhörlich giftige Sporen aus, die Miasma genannt werden. Menschliche Zivilisation ist nur noch an den Rändern des Waldes möglich, denn jeder der die Sporen einatmet stirbt kurz darauf. In der Nähe einer dieser menschlichen Zufluchtsstätten beginnt das Abenteuer: Dem Tal der Winde, einem Königreich, das gerade mal 500 Einwohner zählt. Die Geschichte erzählt von den Abenteuern der Anführerin dieses Königreiches, Nausicaä. Sie erzählt auch von den Konsequenzen menschlicher Arroganz, dem Streben nach Macht und der Rache der Natur. Dabei entfaltet sich vor dem Leser eine komplexe Geschichte um den Krieg mehrerer Königreiche, dem täglichen Überlebenskampf der verbliebenen Menschen, die aus ihren Fehlern offensichtlich nichts gelernt haben, dem Geheimniss des Meers der Fäule und letztendlich der Aufgabe der Schlüsselfigur der Geschichte, der zähen und geheimnissvollen Nausicaä.

Diese Geschichte, die inner- und außerhalb Japans viele Auszeichnungen erhielt und ihrem Schöpfer Hayao Miyazaki zu viel Anerkennung verhalf, ist Ende des vergangenen Jahres (2001) auch in Deutschland unter dem Label des Carlsen Comicverlages erschienen. Dabei hat diese Geschichte endlich einmal die Behandlung bekommen, die ihr gebührt. Der erste Band der Serie ist von hoher drucktechnischer Qualität, und das japanische Originalformat wurde beibehalten, d.h. die Seiten wurden nicht gespiegelt. Außerdem liegen dem Band auch noch eine Landkarte und ein herausnehmbares Poster bei. Genauso wünscht man sich das. Als abschließendes Resümee bleibt mir nur noch zu sagen, daß ich diese Geschichte absolut jedem ans Herz legen kann, ob er nun auf postapokalyptische Szenarien oder komplexe Geschichten mit einer ordentlichen Prise Action steht.


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