Dungeoneer von Thomas Denmark ist vom Grundkonzept her ein klassischer Kerkerkriecher im Stile von Hero Quest, weist aber dabei einige Besonderheiten auf.


So ist das ganze Spiel zunächst einmal kartenbasiert, d.h. das Dungeon wird nach und nach durch Auslegen von Spielkarten aufgebaut, ebenso existieren Monster, Ausrüstung, Waffen etc. nur als Karten. Der größte Unterschied zum klassischen Dungeon-Crawler besteht aber darin, dass es nicht einen Meister gibt, gegen den und seine Monster eine Heldengruppe vereint antritt. Stattdessen ist jeder Spieler, wenn er an der Reihe ist, zunächst Dungeonlord, und erst anschließend Held.

In der Heldenphase zieht man wie gewohnt umher, erkundet das Verlies und versucht, Quests zu lösen und so siegreich aus der Partie hervorzugehen. Mit Monstern bekommt man es meist nicht in seiner Heldenphase zu tun, sondern in den Dungeonlordphasen der Mitspieler. In dieser Dungeonlordphase traktiert man nämlich seine Opponenten mit Monstern und kniffligen Begegnungen wie z.B. Fallen, die man allesamt aus der Hand ausspielt. Jeder Spieler verfügt hierbei über sogenannte Glory- und Peril-Punkte, die hauptsächlich beim Durchstreifen des Kerkers aufgefüllt werden. Während man seine eigenen Glory-Punkte verwendet, um für einen selbst positive Karten auszuspielen, verwendet der jeweilige Dungeonlord die Peril-Punkte der gegnerischen Helden, um sie mit besagten Monstern und anderen unangenehmen Vorkommnissen zu konfrontieren. Gekämpft wird mittels Würfelwurf, zu dem noch Attributwerte addiert werden. Wer zuerst 3 Quests erledigt hat, gewinnt.

Dungeoneer ist ein spaßiges Spiel für alle Freunde klassischer Verlieskloppereien, das immer mal wieder für eine flinke Runde hervorgekramt wird (hat man denn erstmal die Regeln verstanden und intus). Das Prinzip mit den Dungeonlord- und Heldenphasen beseitigt auch das alte „Mann ich will nich immer den Meister machen – Ich auch nich – Ich erst recht nich – Tja denn könn wa nich spielen“-Problem, da hier eben jeder alles ist. Die Partien gehen sehr flott vonstatten, größerer Leerlauf kommt selten auf, da jeder ständig was zu tu hat. Langer Weile beugt auch vor, dass es bereits einige Erweiterung gibt. Die verschiedenen Ausgaben können sowohl alleine gespielt werden als auch miteinander gemixt. Alle Karten sind hübsch illustriert, schließlich will auch das Auge mitspielen.

Nur eine mehr oder weniger ausgedehnte Hintergrundgeschichte gibt es nicht, auch keine zu erledigenden „Missionen“ im klassischen Sinne; die zu bewältigenden Quests stehen alle für sich und sind zwangsläufig nach einigen Spielen stets die selben – aber es gibt ja Erweiterungen.


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