Der Journalist Jack Lorski ist verschwunden. Zusammen mit seiner Partnerin, Karen Gijman, untersuchte er eine Mordserie, die sich quer durch Europa zieht. Doch seit kurzem hat sein derzeitiger Arbeitgeber, die SLK-Nachrichtenagentur, keinerlei Lebenszeichen mehr von ihm erhalten. Stattdessen aber bekam die Agentur eine CD-Rom zugeschickt, die offenbar von jemandem erstellt wurde, der näheres über das Verschwinden der beiden weiß – oder sogar dafür verantwortlich ist …?


Besagte CD wurde nun durch die Agentur speziell ausgewählten Personen zugänglich gemacht, in der Hoffnung, dass diese es mit vereinten Kräften schaffen, die CD zu knacken und ihr ihre Geheimnisse zu entlocken, die zum Auffinden der beiden Verschwundenen beitragen könnten.
Hier kommt man nun als Käufer von „In Memoriam“ ins Spiel. Als eine der Personen, die die CD erhalten haben, versucht man, unterstützt durch andere, virtuelle Spieler, dem Verschwinden von Jack und Karen auf die Spur zu kommen.

Das Gameplay besteht dabei aus mehreren Elementen. So wird man auf der CD per Texteinblendungen vom Ersteller der selbigen, dem mysteriösen Unbekannten, der sich selbst Phoenix nennt, begrüßt, und bekommt eine Art Menü präsentiert, in dem einen, je nach gewähltem Punkt, zunächst einmal Logikpuzzles und Geschicklichkeitsspielchen verschiedenster Art erwaten. Löst man sie, so bekommt man stets einen Kommentar des Phoenix sowie häufig einen Filmschnipsel, der einen Auszug aus einer Art Videotagebuch von Jack Lorski darstellt, und der einen somit hautnah an seinen und Karens Nachforschungen teilhaben lässt.

Das eigentlich besondere am Spiel ist jedoch, dass dem Internet eine wesentliche Rolle beim Lösen vieler der Aufgaben zufällt. So erhält man beim Spielen auf der CD des öfteren Hinweise auf bestimmt Internetseiten über bzw. von Personen, Organisationen, historischen Stätten etc., die dann mittels Google zunächst aufgefunden und anschießend nach weiteren Informationen durchsucht werden müssen, die wiederum zum Lösen der Puzzles auf der CD zu verwenden sind. Auch bekommt man häufig E-Mails von den oben erwähnten anderen Mitspielern, die sich ebenfalls durch die CD kämpfen, und die den einen oder anderen nützlichen Tip parat halten oder einfach nur ihre Gedanken zur Situation teilen wollen.
In Memoriam besticht durch eine wirklich exzellente und extrem spannende Geschichte, die zuallererst durch Jacks Videos, aber auch durch die Emails und Internetseiten erzählt wird. Obwohl man weiß, dass weder die Emailschreiber noch die meisten der aufzufindenen Internetseiten „echt“ sind, fühlt man sich durch das alles nichtsdestotrotz als Teil einer internationalen Suchaktion und immer mitten im Geschehen. Die Videos, gedreht in ganz Europa und stets von Jacks Voice-Over begleitet, sind gerade wegen des Gegensatzes ihres scheinbar unspektakulären Inhalts und Jacks Kommentaren spannend wie wohl in kaum einem FMV-Spiel zuvor.

Als ein potentieller Minuspunkt könnte sich lediglich die Wiederspielbarkeit erweisen, die stark davon abhängt, wie lange der Publisher die Internetseiten und den Emailservice aufrechterhält, da das Spiel ohne diese schlicht nicht lösbar ist. Und auch Flatrateabstinenzlern dürfte das Spiel eventuell zu kostspielig werden, da man während der gesamten Spielzeit online sein muss.

Fazit: spannend, mysteriös, unheimlich, innovativ, gelungener Puzzlemix, nicht zu schwer, nicht zu leicht, abwechslungsreich: ein uneingeschränkter Kauftip – sofern man nichts gegen Gruseln, Grübeln und Googeln einzuwenden hat.


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