Seit der ersten Bundestagswahl, damals nur auf die Landeslisten bezogen, gibt es die 5%-Klausel. In abgeschwächter Form brachte sie damals schon Verzerrungen im Wahlergebnis. So mussten Parteien zwar nur in einem Bundesland ein Direktmandat bzw. die 5% geschafft haben, um dort Mandate zu erringen, jedoch musste diese Hürde in jedem Bundesland gemeistert werden. Heute braucht eine Partei 5% der Stimmen bzw. 3 Direktmandate, um in den Bundestag einziehen zu können.







Wir alle denken, dass wir nur nach logischen Gesichtspunkten eine Partei und einen Kandidaten wählen. Natürlich haben wir uns vorher informiert, nehmen die Wahlplakate wahr und kennen das ungefähre Programm der Partei, die wir wählen werden und denken, wir wählen diese, weil wir von den Inhalten überzeugt sind. Doch so frei und selbstbestimmt, wie wir immer glauben, sind wir gar nicht in unserer Wahl.



Wahlen, was ist das eigentlich? Wozu dienen sie? Was wählen und warum? Und warum regt sich eigentlich alle Welt darüber auf? Ist es nicht schön, wählen zu können? Sich entscheiden zu dürfen zwischen Schokolade mit Nüssen oder ohne Nüsse, Kartoffeln oder Nudeln. Jeder von uns wählt jeden Tag, es fängt bereits damit an, ob wir noch fünf Minuten morgens liegen bleiben oder doch besser gleich aufstehen, was ich anziehe und was auf das Brot kommt, das geht den ganzen Tag so, aber wenn es heißt dieses Jahr sind Bundestagswahlen, schütteln alle den Kopf.