Nachdem Hayao Miyazaki - der Mastermind hinter den größten Erfolgen des Studios Ghibli - nach der Fertigstellung von Prinzessin Mononoke (Mononoke hime) ankündigte, in den Ruhestand zu gehen, ging ein Raunen durch die Fangemeinde. Offensichtlich hielt der Workaholic Miyazaki den Ruhestand aber nicht lange aus.


Denn bereits Ende 1999 machte er sich daran, seinen nächsten abendfüllenden Kinofilm zu produzieren, der 2001 in den japanischen Kinos anlief und, zum Entzücken der Fangemeinde, nicht nur an seine bisherigen Erfolge anschliessen, sondern diese sogar noch übertrumpfen sollte, sowohl in cinematographischer als auch kommerzieller Hinsicht. 2002 erhielt der Film den "Goldenen Bären" der Berlinale, 2003 sogar den Oscar für den besten Zeichentrickfilm des Jahres. Damit nicht genug der Superlative: Chihiros Geschichte spielte allein in den japanischen Kinos mehr ein als Mononoke und der ehemalige Zweitplatzierte der japanischen Kino-Bestenliste, James Camerons Titanic.
Ende 2003 erschien eine deutsche DVD-Version dieses inzwischen international erfolgreichsten Ghibli/Miyazaki Filmes. Grund genug, euch einen kleinen Überblick über die Geschichte zu präsentieren.

VORSICHT SPOILER (ANFANG)
Chihiro, ein zehnjähriges Mädchen, zieht mit ihren Eltern in eine neue Stadt um, was ihr überhaupt nicht gefällt, da sie all ihre Freunde zurücklässt. Auf dem Weg zu ihrem neuen Haus verfahren sich die Eltern und landen schließlich an einem eigenartigen, verlassenen Torbogen, der nicht erkennen lässt, was sich auf der anderen Seite befindet.
Chihiros Eltern, neugierig wie sie sind, steigen aus dem Wagen und erkunden das Gebiet hinter diesem Tor. Chihiro behagt das gar nicht. Und sie soll recht behalten. In dem kleinen Dorf, auf das sie stossen, scheint sich ausser ihnen niemand zu befinden. Zu ihrem Erstaunen entdecken sie eine reich gedeckte Festtafel, aber niemanden, der die ganzen Köstlichkeiten überwacht. Chihiros Eltern können der Versuchung nicht widerstehen und machen sich geschwind über das Festmahl her, während Chihiro das Dorf etwas näher erkundet. Dabei überquert sie eine Brücke, die zu einem Palast führt, als sie plötzlich auf einen Jungen stösst. Dieser warnt Chihiro in alarmierendem Tonfall, dass sie möglichst schnell aus dem Dorf verschwinden soll, bevor die Nacht hereinbricht. Doch es ist bereits zu spät. Die Dämmerung bricht herein und überall im Dorf erscheinen wie aus dem Nichts schattenhafte Gestalten. In Panik rennt Chihiro zu ihren Eltern, nur um die nächste böse Überraschung zu erleben. An dem Platz, wo vorher ihre Eltern saßen, sitzen nun zwei Schweine, die dieselbe Kleidung wie ihre Eltern tragen. Das könne doch nicht ihre Eltern sein...
Chihiro versucht zum Wagen zurückzukommen, doch auf dem Weg, auf dem sie gekommen ist, ist plötzlich ein großer See, von dem aus sich ein großes Schiff dem Ufer nähert. Die Passagiere die dem Schiff entsteigen ähneln Nichts, das Chihiro jemals zu Gesicht bekommen hat. Chihiro glaubt sich in einem bösen Traum gefangen, als plötzlich der Junge von der Brücke wider auftaucht. Er stellt sich als Haku vor und teilt dem völlig verängstigten Mädchen mit, dass ihre Eltern tatsächlich in Schweine verwandelt wurden. Wenn sie einen Weg finden möchte ihre Eltern zu retten, soll sie sich in den Palast schleichen und dort eine Arbeit aufnehmen. Nach einigen Hürden gelingt es Chihiro schließlich, eine Anstellung bei Yuu-Baba, der Herrin des Palastes - einem Badehaus für die Götter und Geister Japans - zu finden.
Aber das ist nur der Anfang der abenteuerlichen Reise, die ihr noch bevorsteht...
SPOILER ENDE

Soviel zur Geschichte. Was Miyazakis Team her zustande gebracht hat bedarf keiner großen Eläuterung mehr, denn exzellente Animationsqualität, wunderschöne und teils skurrile Settings und fesselnde Handlungsbögen gehören zum Markenzeichen Miyazakis. Er verlangt von seinem Team und auch von sich selbst nichts geringeres als Exzellenz und Perfektion. Und das spürt und sieht man in jedem Detail. Dabei ist die Geschichte bewusst als Film angelegt, der die ganze Familie unterhalten soll, trotz der deutschen Alterfreigabe von 12 Jahren.
Wer übrigens mehr von der Arbeit Miyazakis erfahren möchte, sollte sich das sehr informative Making of der DVD zu Gemüte führen. Prädikat: Absolut empfehlenswert.

Links zum Thema:

http://www.nausicaa.net/
http://www.wingsee.com/ghibli/
http://www.ntv.co.jp/ghibli/
http://www.aniki.info/Studio_Ghibli
http://www.splashcomics.de/html/specials/anime/prinzessin_mononoke/ghibli_timeline.php


Submit to DeliciousSubmit to DiggSubmit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to StumbleuponSubmit to TechnoratiSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn
  • Keine Kommentare gefunden
Kommentar hinzufügen