Prinzessin Mononoke (jap. Mononokehime, bedeutet in etwa "Geisterprinzessin") spielt in etwa im Japan des 16. Jahrhunderts, eine Zeit, in der das Land von Bürgerkriegen und Hungersnöten zerrissen war, und in der das Weltbild der Menschen von Shintoistischen Idealen (Glaube an Geister, Naturgötter etc.) geprägt war.


Ashitaka, der Anführer eines Stammes der Enishi (heutzutage bekannt als Ainu), verhindert den Angriff eines von einem Fluch zerfressenen Waldgeistes, der, in Form eines gewaltigen Ebers, sein Dorf bedroht. Bei dem Angriff wird er jedoch selbst von dem Fluch befallen und sieht sich nun gezwungen, das Dorf zu verlassen und nach Anhaltspunkten für das Verhalten des Waldgeistes und einem Heilmittel für die Behebung des Fluches zu suchen. Die einzige Orientierung, die er hat, ist ein Stück Eisenerz, das im Körper des Ebers gefunden wurde. Sein Weg führt ihn nach Westen, in das Dorf Tatara, wo die Anführerin des Dorfes, Eboshi, eine blühende Erzmine betreibt. Während die Frauen des Dorfes an den Schmelzöfen arbeiten, haben die Männer alle Hände voll mit der Verteidigung des Dorfes gegen seine zahlreichen Gegner zu tun.
Dazu zählen neben diversen Fürsten, die sich die Mine zur Finanzierung ihrer Schlachten einverleiben wollen, vor allem die Waldgeister des Waldes, an dessen Rand das Dorf liegt, und dessen Ressourcen die Dorfgemeinschaft zur Erzverarbeitung benötigt.

Allen voran steht San, die "Geisterprinzessin", die mit ihren "Brüdern", den Wolfsgöttern, ständig neue Angriffe gegen das Dorf und seine Bewohner führt, aber nur sehr schwer gegen die Schusswaffen der Bewohner ankommt.
Ashitaka, der zu den Dorfbewohnern schnell eine tiefe Zuneigung aufbaut, aber nichtsdestotrotz ungemein fasziniert von San ist, stellt sich bei einer Konfrontation zwischen San und Eboshi auf Sans Seite und bringt sie in den Wald zurück.
Dort wird er Zeuge zweierlei Katastrophen.
Zum einen sinnt die Sippe des getöteten Ebergottes auf Rache und gibt dem Dorf die Schuld an seinem Tod. Zum anderen hat Eboshi mit dem Kaiser einen fürchterlichen Pakt geschlossen. Zum Schutz ihres Dorfes hat sie dem Kaiser versprochen, ihm den Kopf von Shishikami, dem Waldgott, Herr über Leben und Tod, zu bringen.
Ashitaka und San bemühen sich verzweifelt, dem um sich greifenden Wahnsinn Einhalt zu gebieten, aber keine Seite ist mehr vernünftigen Argumenten zugänglich ...
Am 19. April 2001, nach jahrelangem hin und her, ist es endlich soweit; Buena Vista, das Unternehmen, das auch hinter den Disney Studios steht, bringt nach langem Warten Mononoke hime in die deutschen Kinos. Nach all den fragwürdigen Statements von Buena Vista International und Europe hatte in Fankreisen eigentlich niemand mehr damit gerechnet. Aber der Freude wurde gleich ein Dämpfer verpasst.
Der Film läuft nur in einer sehr kleinen Anzahl von Kinos, die zudem meist nur kleine Szenekinos sind und den Film in seiner ganzen Pracht weder akustisch noch visuell ansprechend präsentieren können.
Ein Pluspunkt für Disney ist die sehr ordentliche Synchronisation, in der mir fast kein Synchronsprecher negativ auffiel.
Ein weiteres Indiz jedoch, daß Disney nicht viel am Erfolg des Filmes gelegen ist, ist die Tatsache, das der Originalabspann in japanisch beibehalten wurde.
Eine absolute Sauerei, im wahrsten Sinne des Wortes, ist aber die Werbepolitik von Buena Vista. Statt ganztags und zu besten Werbezeiten zu werben, wie es bei allen Filmen aus eigenem Hause üblich ist, wurde nur nach Mitternacht, zwischen den 0190er-Nummern, hin und wieder ein Werbetrailer eingestreut. So kann man einen Konkurrenten auch in der Versenkung verschwinden lassen ...

Dieser Film, der aus der Feder des in Japan sehr bekannten Regisseurs Hayao Miyazaki stammt, bietet vor allem etwas, das die meisten Disney-Werke bisweilen völlig vermissen lassen: Den vollständige Verzicht auf jegliche Art von Schwarz-Weiß-Malerei, die so typisch für Disney-Produktionen ist. Dieser Film bietet dem geneigten Zuschauer "echte", vielschichtige Charaktere und keine einfachen Stereotypen ...
Prinzessin Mononoke ist ein Werk, das nicht nur Animationsbegeisterten, sondern allgemein Freunden anspruchsvoller Unterhaltung wärmstens zu empfehlen ist.
Aber am besten bildet sich jeder darüber seine eigene Meinung ...


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