In die Dunkelheit


Es folgen Hinweise auf den Inhalt des Films. Solltet ihr diesen noch nicht gesehen haben empfehle ich das Weiterlesen erst nach dem Sehen!

2009 kam der erste Star Trek Film "der neuen Generation" heraus. Dieser war eine Art Relaunch der Saga, der zwar noch, zumindest irgendwie, in dem bekannten Universum angesetzt ist, aber durch die "trickreiche" Anwendung von Zeitreise-Logiken nun dennoch einen Neustart bedeutet.

Ein Film der im Wesentlichen aus einem sinnlosen Zusammengewürfel von alten Star Trek Inhalten besteht. Wieso nur ist diese Kino-Epoche von so eindringlicher Belanglosigkeit geprägt!? Ansatzweise gelingt es hier und dort etwas Einfallsreichtum vorzutäuschen, scheitert jedoch fast augenblicklich an der genannten Amalgamation von... ja... von eigentlich Allem.

Chris Pine mimt den Kirk, wie schon 2009, mitreißend und, erstaunlicher Weise, dem Shatner´schen Original nahekommend. Kirks Auftritt, seinen Gang, seine ihm eigenen Posen, aber auch seine Unbeschwertheit und Körperlichkeit, sowie seinen Spaß vermittelt Pine glänzen und bringt sein eigenes humoriges Talent hinzu.
Benedict Cumberbatchs Figur wurde so fad geschrieben, dass all seine ihm gegebene Leinwand-Präsenz im milchigen Brei des Scripts verebbte. Bewegende Szenen wurden so verschroben und eingefügt wirkend entworfen, dass Cumberbatch, trotz seines Könnens, nie wirklich zu überzeugen weiß. Die Überexakte und saubere Aussprache wirkt ein wenig zu gekünstelt, aber eventuell war dies beabsichtigt, da auch Montalban in seiner Vision des Khans diese lieferte.

J.J. Abrams Flare-Effekte sind wie immer überflüssig, störend und verleihen dem Film ein flaches Flair. Die CGI-Effekte sind gelungen, herrausstechend gar. Aber diese sind dem Film an sich doch Hilfsmittel und sollten nicht eine der Hauptrollen übernehmen. Die Musik war angenehm passend und unterstrich die jeweilige Sequenz mit Verve.

In "Into Darkness" sehen wir zum ersten Mal die neue Version der Klingonen (diese wurden ja schon mehrmals überarbeitet, so dass sich ihr Aussehen, aber auch ihr Wesen, des öfteren änderte im Laufe der Jahrzehnte von Star Trek). Sie sind, wie in fast jedem Star Trek Film, auf ihre martialische Art reduziert und haben eigentlich nur einen kurzen Auftritt, wie fast jeder Aspekt dieses Films.
Der Streifen ist gespickt von Anspielungen, Hommagen und Kopien. Dabei sind es die, die direkt aus dem Star Trek Universum stammen, die einem am stärksten auffallen. Aber auch Indiana Jones und Star Wars (man könnte meinen nun sei das Overlay des Star Wars Feelings auf Star Trek fast komplettiert) werden eingebracht. Was das Neuerdenken von alten Trek-Inhalten angeht, so ist der Film an sich, wie gesagt, eine reine Neu-Verquickung dieser. Besonders, natürlich, die Rolle des Khan und der dazugehörigen Szenen "Khan-Brüllen" und "Freund-opfert-sich". Beide sind deutlich misslungen, wenn auch, für sich allein genommen und nicht im Zusammenhang mit ihrem Ursprung, die Szenen an sich schon etwas für sich sprechen haben. Leider jedoch haben eben beide diesen Beigeschmack der inszenierten Kopie.


Es gibt sicherlich noch andere Aspekte, die Erwähnung in einer Filmkritik finden könnten, jedoch sind diese hier, in diesem Falle, nicht erwähnenswert, da schon Film-Allerlei. Ein Plus waren die selbstironischen Kommentare der Figuren zu den (eigentlich an sich schon selbstironischen) Sprüchen und Geschehnissen. Ich frage mich wieso es dem Publikum anscheinend absolut nichts ausmacht, einen aufgewärmten, aber dennoch lauwarmen, anstatt eines frisch gebrühten, Kaffees serviert zu bekommen.

Der Filmtitel prophezeit den Kurs der Enterprise und ihrer Crew; auf in die Dunkelheit des Vergessens.



Star Trek - Season 1 Episode 22 (1967) - (Wikipedia-Eintrag zur Folge)

Star Trek II: The Wrath of Khan (1982) - (Wikipedia-Eintrag zum Film)

Star Trek Into Darkness (2013)


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